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Institut für Psychosomatische Zahnmedizin
Psychologie in der Zahnheilkunde
und Zahnärztliche Psychotherapie

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Dr. P. Macher: STRESSOREN UND STRESS-SIGNALE

Stressoren und Stressignale erkennen



Zur Erinnerung sei noch einmal das wichtigste erwähnt:

1. Der Mensch hat nicht ein, sondern mehrere „Gehirne“.
2. Die ältesten Gehirnteile, sind für die Selbst- und Arterhaltung zuständig. Sollten diese gefährdet sein, übernehmen sie die Kontrolle, bis die Sicherheit wiederhergestellt ist. Dann „regiert der Stamm und die Rinde schweigt“ (Rohracher), dann können wir nicht mehr klar denken.
3. Die neuen Gehirnteile erst erlaubten die Entwicklung zum Homo Sapiens. Je grösser die Gefahrensituation für den Organismus ist, desto weniger „sapiens“ ist der Mensch dann.
4. Jede Bedrohung von Basisbedürfnissen gilt als Bedrohung und löst eine Kampf- oder Flucht- bzw. Stressreaktion aus.
5. Zu den Basisbedürfnissen gehören auch der Hunger nach Stimulierung (geistig, seelisch, körperlich, sozial ((„strokes“)) )sowie die Suche nach Lust.
6. DISTRESS: Nichtbefriedigung der vitalen Bedürfnisse, Stimulation von unlustarealen im limbischen System.
7. EUSTRESS: Befriedigung der vitalen Bedürfnisse bzw. Stimulierung der Lustareale im limbischen System.
8. Stimulierung der Unlustareale treten bei potentieller Gefahr automatisch auf, können jedoch auch durch Lernvorgänge beeinflusst werden.
9. Dies gilt auch für die Stimulierung der Lustareale, so dass Freud und Leid nicht nur von Umweltbedingungen abhängen, sondern auch von anerzogenen Reaktionen auf diese!
10. Die Gehirnteile, die sich in der Funktion von denen einer Echse nicht unterscheiden und nur dem Überleben dienen heißen „Reptiliengehirn“ ( ca. 200 Millionen Jahre alt), die intelligenzgewährleistenden Hirnteile nennen wir „Denkhirn“.



(Aus: Birkenbihl, V.: Freude durch Stress, mvg-Verlag, 1989)



Jede Situation, die uns irgendeine Veränderung abverlangt, kann als Bedrohung empfunden werden und versetzt uns in einen Stresszustand. Dieser besteht wiederum aus zwei Komponenten: Einem Stressor (Ereignis, das die Situation hervorruft) und einer Stressreaktion (spezifische Reaktion einer Person auf die veränderte Situation).
Stressoren treten in verschiedener Form auf: Im Alltag beim Berufsverkehr, Ärger im Geschäft, Belastungen am Arbeitsplatz. Als Lebensereignisse wie z.B. Schulabschluss, Heirat, Tod eines Angehörigen oder Partners, Arbeitsplatzverlust etc. oder traumatische Ereignisse wie Unfälle, Überfälle, Krieg, Naturkatastrophen usw.
Die Reaktion auf Stressoren hängt von der Bewertung durch das Individuum ab. Menschen, die das Gefühl haben, über ausreichende Bewältigungsstrategien zu verfügen, reagieren eher konstruktiv und „cool“, d.h. die persönliche Reaktion hängt von eigenen Erfahrungen, Verhaltensfertigkeiten, dem Selbstbild/-erfahrung, der sozialen Unterstützung und der biologischen Ausstattung ab.

Eine Hauptreaktion auf einen bedrohlichen Stressor ist das Gefühl von Furcht. Furcht besteht aus multiplen Reaktionen: Kognitive, emotionale und körperliche.
Wir schwitzen, die Atmungsfrequenz steigt, der Blutdruck erhöht sich, evtl. werden wir blass, die Lippen zittern, wir „machen in die Hose“. Dazu können Gefühle wie Entsetzen, Grauen oder Panik auftreten. Wir können nicht mehr klar denken, die Perspektive verschiebt sich.





Keine Emotion ohne vegetative Beteiligung!
Die Beziehung zwischen Stress und vegetativem Nervensystem (VNS) wurde schon von dem Stressforscher Hans Seyle 1976 beschrieben: Er ging davon aus, dass es eine dreifache Reaktion auf Stress gibt, das „allgemeine Adaptationssyndrom:


1. ALARMPHASE:
Stressoren steigern die Aktivität des sympathischen Nervensystems: Reaktionen im gesamten Organismus.

2. RESISTENZPHASE: Das parasympathische Nervensystem versucht diesen Reaktionen entgegenzuwirken.

3. ERSCHÖPFUNGSPHASE.:
Bei Dauereinwirkung der Stressoren, versagt der Widerstand, die vom VNS gesteuerten Organe werden überlastet und brechen zusammen.

„Stress ist nicht nur unser ständiger Begleiter, er ist auch die Würze unseres Lebens. Nur Distress ist jedermanns Feind“ (Seyle)



Vollständige Abhandlung in "Praxis Power", Spitta-Verlag 72336 Balingen


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